Brieftaubenstation



Foto: Kohlus, 2010

Der Zugang zur Eider als Anfahrt Hafen Tönning war bis Ende des 19. Jh.durch die Feuerschiffe "Eidergaloite" und "Außeider" gekennzeichnet, die rd. 10 bzw. ca. 35 km westlich vor dem Eidersperrwerk positioniert waren. Über Tönning verlief damals über die Eider und den Schleswig-Holsteinischen Kanal ab 1784 bis zum Bau des Nord- Ostseekanals die schnellste und wichtige Schifffahrtsverbindung von Nord- und Ostsee.

Um vom Tönninger Hafenamt mit den Feuerschiffen kommunizieren zu können wurden Brieftauben eingesetzt. Zuständig hierfür war der Uhrmacher Wohlenberg, dessen Laden hier, mit Auslagen hinter dem linken Fenster, von seiner Familie bis in die 80iger Jahre des 20. Jh. weiter geführt wurde. Hierfür musste er zwischen 1894 und 1912 jederzeit 100 Brieftauben bereithalten. Sie wurden mit Booten zu den Feuerschiffen gebracht und dort losgesendet um Nachrichten über ankommende Schiffe, Anforderungen von Lotsen aber auch über Notfälle zu überbringen.
Mit der Einführung des Funks wurde diese animalische Verbindung ab 1912 eingestellt. Später ab 1926 wurde der Lotsenzwang aufgehoben und das Feuerschiff "Eidergaloite" eingespart. Schliesslich 1939 wurde das andere Feuerschiff durch eine Seetonne mit Befeuerung ersetzt.

Bis Ende der 60iger Jahre arbeiteten Tönninger auf Feuerschiffen. Sie wurden dann später zum Tonnenhof des Wasser- und Schifffahrtsamtes versetzt.